Internet-Verfahrensplattform soll Mobilisierung von Rohholz im Kleinprivatwald forcieren helfen

Holz ist als Rohstoff stark nachgefragt, wertvoll und knapp, so dass die sinnvoll zu nutzenden Vorräte in Deutschland mobilisiert werden sollen. Oft scheitert dies jedoch an der Kenntnis und Akzeptanz angepasster Holzernteverfahren. Eine neue Internet-Verfahrensplattform soll die Holzmobilisierung vor allem im klein strukturierten Wald erleichtern helfen. 

 

Hier kommen Sie zur Verfahrensplattform:

Opens external link in new windowwww.holzernte.net

 

Wie funktioniert Mobilisierung?

Eine Mobilisierung, die als reine Erhöhung des Holzangebotes verstanden wird, ist abzulehnen und in der jetzigen Situation „out“. Doch die Mobilisierung der großen Holzreserven aus dem Kleinprivatwald, die seit Jahren unter großem Einsatz von naturalen und finanziellen Ressourcen betrieben wird, ist eine langfristige betriebliche Strategie um sicherzustellen, dass Holz flexibel und entsprechend der Nachfrage am Markt angeboten wird.

Viele Initiativen und Projekte zeigen, dass Mobilisierung nur dort gelingt, wo es nicht nur einen Markt und auskömmliche Preise für das Rohholz gibt, sondern auch kompetente, verantwortungsbewusst handelnde Personen, die durch großes Engagement und seriöse Beratung die Besitzer kleiner Waldflächen erreichen.

Dieser Kreis der Kleinwaldbesitzer hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum Teil selten und wenig intensiv mit den Fragen der Forstwirtschaft und der Holznutzung befasst. Das heißt, es gilt heute, grundsätzliche Vorbehalte gegen Nutzungen auszuräumen, Unkenntnis im Hinblick auf gemeinschaftlich durchgeführte Holzerntemaßnahmen zu überwinden, Notwendigkeiten zur Waldpflege aufzuzeigen und die Einnahmen und Ausgaben bei Erntemaßnahmen zu erläutern etc. – und dies alles allgemein verständlich ohne „Forstchinesisch“.

Vielen Waldbesitzern fehlt das Wissen über moderne Holzernteverfahren und die eingesetzten Technologien, sodass sie sich nicht in der Lage sehen, die von einem Forstlichen Berater vorgetragenen

Empfehlungen tatsächlich zu bewerten oder gar umzusetzen.

 

Neue Informationsquellen erschließen

In solchen Situationen fehlt eine übersichtlich aufgebaute und für jedermann leicht zugängliche Informationsquelle bezüglich der Holzerntetechnik und -verfahren. Dabei stehen für interessierte Waldbesitzer folgende Fragen im Vordergrund:

  • Welche Holzernteverfahren können unter den gegebenen Umständen eingesetzt werden – wie wähle ich diese aus?
  • Welche Vorbereitungen sind zu treffen, welche Probleme kann es geben?
  • Hat der Unternehmer die für meinen Wald geeigneten Maschinen im Einsatz?
  • Ist der mir gebotene Preis realistisch?
  • Wann und wie kann ich meine Eigenleistungen einbringen? Welches know-how und welche Ausrüstung brauche ich dazu? 

Einen ersten Beitrag mit einer Fülle von allgemeinen Informationen zum Thema Mobilisierung stellt das neue Internetportal des Holzabsatzfonds (HAF) „Informationsdienst Holzmobilisierung – www.info-holzmobilisierung.de“ dar, das von Wippel & Becker (Wippel Consult) gemeinsam mit Gottfried Scharnagl vom Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik erstellt wurde. Ergänzend dazu soll nun – wiederum mit finanzieller Unterstützung des HAF – ein konkret auf forstliche Technik und Technologien ausgerichtetes Portal entwickelt werden, in dem die aktuellen Holzernteverfahren so gegliedert dargestellt werden, dass der engagierte und interessierte Waldbesitzer für seine Bedingungen geeignete Verfahren herausfinden und hinsichtlich der Leistung und Kosten, aber auch hinsichtlich der Risiken einschätzen kann. Dabei sind professionelle Gestaltung und Menüführung wesentliche Voraussetzungen für die erfolgreiche Nutzung eines solchen Kompendiums. 

 

Das Projekt Internet-Verfahrensplattform

Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) hat gemeinsam mit der Fachhochschule Erfurt ein entsprechendes Projekt initiiert, das vom Holzabsatzfonds finanziell bezuschusst wird. Ziel des Projektes ist eine verstärkte Mobilisierung von Rohholz durch die Bereitstellung von nutzerfreundlichen Informations- und Aufklärungsmaterialien im Hinblick auf geeignete Holzerntetechnologien. Es sollen Handlungsanleitungen und Checklisten online verfügbar gemacht werden, die es dem privaten und kommunalen Waldbesitzer sowie dem mit der Holzmobilisierung befassten Personenkreis ermöglichen, aus der Vielzahl der modernen Holzerntesysteme die für die jeweiligen Verhältnisse geeigneten Alternativen auszuwählen bzw. eine fundierte Bewertung hinsichtlich Leistung, Kennziffern und Kosten abzufragen.

Es soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten Waldbesitzer haben, Eigenleistungen zu erbringen. Es wird erwartet, dass so die Holzernte im kleineren Privatwald rationeller durchgeführt werden kann, und über eine Senkung der Holzerntekosten die Mobilisierung erleichtert wird. Gleichzeitig kann durch die auch für Laien nutzbar gemachten Informationen dazu beigetragen werden, dass die Akzeptanz für eine angepasste Erntetechnologie und moderne Holzerntetechnik erhöht wird. Eine genauere Kenntnis von den Einsatzbereichen, den Grenzen und Risiken der jeweiligen Holzernteverfahren (insbesondere in schwierigen Geländesituationen) gibt den Waldbesitzern die Sicherheit, dass sie mit der geplanten Maßnahme ihrem Wald nicht schaden. Die Datenbasis für das geplante Internet-Portal wird u. a. die vom KWF vor einigen Jahren herausgegebene Holzerne-CD darstellen. 

 
 
English
Français