Messen, Sonderschauen, Thementage

Agritechnica 2011

Agritechnica Foren

In alt gewohnter Tradition war das KWF auch bei der diesjährigen Agritechnica wieder für eine Reihe forsttechnischer Foren zuständig. Das hierfür eigens geschaffenen Forum 3 „Forsttechnik und Energiepflanzenbau“ befand sich in Halle 21 in welcher neben der Forsttechnik auch Teile Energiepflanzenproduktion zu sehen waren, also genau am richtigen Ort. Bei den Themen bildete der Bereich Bioenergie und deren Perspektiven einen klaren Schwerpunkt. Zum einen ging es um ganz konkrete Umsetzungsmöglichkeiten unter dem Titel „Mit Brennholz Geld verdienen?!“, zum anderen um die Perspektiven die die Energiewende eröffnet.

Mit Brennholz Geld verdienen

Dieses Forum wurde in bewährter Manier gemeinsam mit der AfL Niedersachsen gestaltet und war ganz konkret auf die Praxis ausgerichtet. Inhaltlich gab es eine Zweiteilung, im ersten Teil ging Dipl. Holzwirt Georg Krämer von der Holzfachschule Bad Wildungen auf den Begriff Qualität ein und erläuterte darüber hinaus wie ein innerbetriebliches Qualitätsmanagement aufgebaut sein sollte und wie es implementiert werden kann. Neben einer allgemeinen Charakterisierung des Scheitholzmarktes ging Krämer auch kurz auf die Rahmenbedingungen ein. Das es sich hierbei um einen durchaus wichtigen Markt handelt ergibt sich aus den ca. 20 Mio. fm Scheitholz die jährlich zur Raumwärmeerzeugung in Deutschland verbraucht werden. Wie viele Arbeitsplätze daran hängen zeigt allein die Zahl von ca. 325 Brennholzbetrieben in Hessen, bundesweit wird die Zahl auf über 4000 geschätzt. Im Folgenden erläuterte Krämer den Ablauf einschließlich Qualitätsmanagement für einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb sowie für einen Betrieb mit mechanisierter Scheitholzproduktion.

Im zweiten Teil ging Dipl.-Forstwirt Frank L. Sulzer vom Forstbetrieb Wiegersen und Mitglied des Arbeitskreises Energieholz in der AfL Niedersachsen auf das Täglich Brot eines Brennholzbetriebs ein. Analog zu Krämer bestätigte er die Wichtigkeit dem Endkunden zuverlässig und in ausreichendem Maße mit der von ihm gewünschten Qualität zu einem akzeptablen Preis zu versorgen. Hierbei sei Versorgungssicherheit ein ganz wichtiger Punkt, wer nicht liefern kann hat ein Problem. Um jedoch all dies zu gewährleisten sind bisweilen größte Anstrengungen nötig, da der Kampf um die Ressourcen bereits in vollem Gange ist. Wer die Sache nicht mit kühlem Kopf angeht und wohlüberlegt handelt bleibt schnell auf der Strecke. „Die Zahl der Herausforderungen wächst wie die Zahl der Unternehmensinsolvenzen“ so Sulzer. Neben einer exemplarischen Auflistung für die Erstinvestitionen zum Aufbau eines Brennholzbetriebs einschließlich Kostenrahmen und Finanzierung bildeten das Thema Rundholzeinkauf und innerbetriebliche Struktur die anderen Schwerpunkte der Präsentation.

Die Möglichkeit im Anschluss Fragen an die zwei Vortragenden zu stellen wurde reichlich genutzt und viele Fragen der Besucher konnten geklärt werden.

Energiewende – Chancen für den Bauernwald

Im nachfolgenden Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Bernd Heinrich KWF ging es dann eher um mittelfristige Perspektiven die sich aus der anstehenden Energiewende ergeben können. Wie bereits durch die beiden Vorredner geschehen ging auch Heinrich auf die stetig wachsende Holzlücke ein und skizzierte hierzu das Szenario bis zum Ende dieser Dekade. Basierend auf den Zahlen der von Mantau prognostizierten Holzlücke innerhalb der EU 27 bis 2020 sowie auf den allgemeinen Preistrends bei Rohöl und Düngemitteln wurden mögliche künftige Entwicklungen dargestellt. Die Nachfragesituation für Holz ist gut und wird weiter steigen, insbesondere auch deshalb, weil bestehende Sortimente aufgrund von Verknappung anderer Güter stärker nachgefragt werden. Dies gilt vor allem für die stoffliche und energetische Substitution von Erdölprodukten, als Beispiel seien hier neben den Festbrennstoffen aus Holz auf WPC und Kunststoffersatzprodukte aus Lignin hingewiesen. Insgesamt also eine gute Situation für den Produzenten von Holz denn Nachfragesteigerung schlägt sich üblicherweise im Preis nieder. Darüber hinaus ist künftig aufgrund der zunehmenden Ausdehnung der Zertifizierung und dem Zertifikatshandel mit weiteren Einnahmequellen zu rechnen.

Allerdings wird die steigende Nachfrage nicht allein aus dem heimischen Wald gedeckt werden können, ein Fakt aus dem sich auch für den „nichtwaldbesitzenden“ Landwirt und Grundeigentümer durchaus interessante Möglichkeiten ergeben. So bietet die Anlage von Kurzumtriebsplantagen und Agroforstsysthemen hier gute Chancen sich am Markt zu beteiligen. Dies gilt insbesondere deshalb, da diese Kulturen extensiv sind und somit eine wesentlich bessere Ökobilanz aufweisen als annuelle Kulturen. Ein weiterer Vorteil liegt in der gegenüber Importholz i. d. R. deutlich besseren Energiebilanz bedingt durch die räumliche Nähe eines regional verfügbaren Rohstoffs.

Insgesamt also positive Zukunftsaussichten für den Produzenten, Heinrich betonte jedoch, dass auch zukünftig die Bäume nicht in den Himmel wachsen und aus Holz kein Gold werde. Allerdings habe der Eigentümer hier schon ein deutliches Plus im Bezug auf die eigene Versorgungssicherheit und auf seine Brennstoffkosten.

Vortrag Krämer

Vortrag Heinrich

Vortrag Sulzer

LIGNA 2011

Netzwerk Holzenergie Forst (NHF) auf der LIGNA gegründet

Erstmalig trafen sich auf Initiative des KWF die Vertreter der staatlichen Forstorganisationen des Bundes und aus allen Flächenländern. Auf diesem ersten bundesweiten Treffen gründeten sie das Netzwerk Holzenergie Forst (NHF). Ziel dieses Netzwerkes ist es, den fachlichen Austausch zwischen den Verantwortlichen für Bioenergie nachhaltig zu verbessern, sowie aktuelle Themen aufzugreifen und gemeinsam zu bearbeiten.

Bioenergienetzwerke gibt es viele jedoch sicher kein zweites im Bereich Holz in dem auch nur annähernd die Mengen an Rohstoffen bewegt werden wie im NHF. Über die Notwenigkeit dieses Netzwerkes waren sich die Teilnehmer schnell einig. Um jedoch die Seite der Rohstoffproduzenten vollständig abzubilden war der ausdrückliche Wunsch, dass die Vertreter von Privat- und Kommunalwald ebenfalls als Mitglieder gewonnen werden sollten.

Anlass zur Gründung war unter anderem die Tatsache, dass es derzeit kaum einen fachlichen Austausch zwischen den Bioenergieexperten gibt bzw. die bestehenden Beziehungen zumeist bilateraler Natur sind. Deshalb ist das vorrangige Ziel des neu gegründeten Netzwerkes, die nachhaltige und kontinuierliche Versorgung der Partner mit aktuellen, gut aufbereiteten Informationen rund um das Thema Energieholz. Darüber hinaus soll ein intensiverer Austausch über fachlich/praktische Fragen sichergestellt werden. Das betrifft u. a. die Themen der Sortimentsgestaltung im Bereich des Energieholzes, die Entwicklungen bei den Fäller-Bündler-Aggregaten, Mobilisierungsalternativen, Abrechnungsmaße und Nachhaltigkeitsfragen - letzteres vor allem im Hinblick auf die Nährstoffsituation.

Ferner ist geplant je nach Bedarf zu den aktuellen Themen „externe Experten“ zu Beratungszwecken hinzuzuziehen. Das können z. B. forstliche Unternehmer mit Erfahrungen im Bereich der Energieholzernte und -logistik, Wissenschaftler, Anlagenbetreiber oder andere Spezialisten sein.

Der Wunsch der Netzwerkpartner ist es, sich zu drängenden Fragen aktuell auszutauschen. Es soll mindestens einmal im Jahr ein Treffen organisiert werden. Diese sollen idealerweise im Rahmen der Großveranstaltungen aus dem Bereich der Forsttechnik (LIGNA; KWF-Tagung, INTERFORST) stattfinden.

An dem Treffen nahm auch der Leiter der Abteilung biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Ministerialdirektor Clemens Neumann, teil. Er begrüßte die Initiative des KWF und regte an, dass das nächste Treffen im BMELV in Berlin stattfinden könnte.

Trendpavillon gut angenommen

Bereits zum zweiten Mal betreute das KWF den KWF/DMAG-Trendpavillon auf der diesjährigen LIGNA. Nach Reaktivierung des zuvor ungenutzten Pavillons 34 in 2009 und leichten Anlaufschwierigkeiten wurde das Angebot diesmal so gut angenommen, dass der Trendpavillon bereits jetzt als „etabliert“ angesehen werden kann. Neben den Themen Persönliche Schutzausrüstung und handgeführte Motorgeräte bildete der Bereich Bioenergie aus Holz den Schwerpunkt im und vor dem Pavillon.

Bereits während der laufenden Messe bekundeten die Aussteller ihre Zufriedenheit über die Besucheranzahl und deren qualifizierte Fragen, das Niveau sei gegenüber 2009 nochmal gestiegen. Eine besonders intensive Nachfrage erhielt der Bereich Trocknung und Veredlung von Biomasse sowie dessen Qualitätsbestimmung.

Darüber hinaus interessierten sich viele Besucher für den Themenbereich Energieschwachholzernte mittels Fäller-Bündler-Aggregaten einschließlich sämtlicher zugehöriger Technik, interessant war hier insbesondere die intensive Neu- und Weiterentwicklung seit der Interforst 2010. So waren im Trendpavillon bereits erste modifizierte Aggregate wie auch Weiterentwicklungen zu sehen, hinzu kam ein reger Austausch über angeschlossene Verfahren und Sortimentsbildungen.

Ferner gelang allen Beteiligten zusammen die Komplexität des Themas Holz zu vermitteln, so erfuhr der Besucher etwas über die stoffliche wie energetische Nutzung, Bodenschutz und CO2-Speicherung, Anbau von schnellwachsenden Baumarten und deren Züchtung, genauso wie über neuste Entwicklungen im Bereich Persönliche Schutzausrüstung, handgeführter Motorgeräte mit Akkubetrieb und die Gefahrenanalyse bei der Brennholzaufbereitung mittels Schneidspalter.

Abgerundet wurde das Ganze durch das gute Wetter und die allgemein sehr gute Stimmung, dies versicherten die Aussteller am Ende der Messe, habe sich auch in den Verkaufsgesprächen deutlich manifestiert.

 

Sonderschau Kurzumtriebsplantagenbeerntung Elmia Wood 2009

 

FTI Artikel

BioEnergy Wood 2008

Der Boom erneuerbarer Energieträger ist nach wie vor ungebrochen, basierend auf der Tatsache, dass die Bioenergie den Löwenanteil der erneuerbaren Energien ausmacht, ist das KWF bestrebt, dem Besucher einen umfassenden Einblick in den Bereich „Festbrennstoffe aus Holz“ zu ermöglichen. Dies schließt alle Elemente der Prozesskette ein, von der Gewinnung über die Weiterverarbeitung/Veredlung bis hin zur Vermarktung, einschließlich der erforderlichen Logistik.
Deshalb findet der Besucher innerhalb der Sonderschau „Bio Energy Wood“ nicht nur die gesamte Breite und Tiefe der Produktpalette, die die Branche zu bieten hat, sondern zusätzlich Beratung sowie Live-Vorführungen durch unabhängige Institutio-nen zu folgenden Schwerpunktthemen:

a. Geprüfte Technik zur Brennholzaufbereitung (KWF/Profi)
b. Hackschnitzel vom Feld - Kurzumtriebsplantagenbeerntung (KWF/DLG)
c. Moderne Feuerungstechnik und Brennstoffqualitäten (I.D.E.E. Olsberg)

Nur durch die Bündelung des Branchenangebots sowie die integrierte Beratung ist es möglich, den vielfältigen Zielgruppen, vom Brennholzkleinselbstwerber bis hin zum Unternehmer mit Großhacker, gerecht zu werden.
Ergänzend zu dem Angebot auf der KWF-Tagung bietet das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) e.V. als Rahmenprogramm am 5. Juni eine Lehrfahrt „Holzenergieanlagen und Pappelplantagen“ an. Start 10.30 Uhr Bushaltestelle „Schützenplatz“. Weitere Informationen auch auf www.kwf-tagung.de.

 
 
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