Wie in vielen anderen Bereichen der Forstwirtschaft schlagen sich die Einflüsse der energetischen Holznutzung besonders in der Forsttechnik nieder. Diese Tatsache trifft auch für die Entwicklung von Harvesteraggregaten (HA) zu, bisher waren diese nahezu ausschließlich auf die Ernte und Aufarbeitung von Nadelrundholz spezialisiert. Der Hunger nach Energieholz führte in den letzten Jahren jedoch dazu, dass zum einen so genannte „Restholzsortimente“ zu festen Bestandteilen der Holzernte wurden, zum anderen mussten aufgrund gestiegener Nachfrage „neue/alte“ Sortimente erschlossen/wiedererschlossen werden. Daraus resultierten zwei Entwicklungen im Bereich der HA, einerseits begann man mit der Fertigung von speziellen Laubholzaggregaten, noch nicht sehr stark ausgeprägt, andererseits begann sich das Segment der „Fäller-Bündler-Aggregate“ (FBA) mit dem Fokus Schwachholzernte sehr dynamisch zu entwickeln. Letztere erlebten in den letzten 2 Jahren einen enormen Entwicklungsschub. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen sowie um das Angebot benutzerfreundlicher aufzubereiten hat sich das KWF entschieden die vormals in einer Rubrik mit den „Harvestern“ erschienene Marktübersicht nun als eigenständige Übersicht aufzulegen. Um die Marktentwicklung gebührend zu berücksichtigen wird die neue Marktübersicht in die zwei Bereiche „Harvesteraggregate“ und „Fäller-Bündler-Aggregate“ geteilt.
Harvesteraggregate sind überwiegend auf die Ernte und Aufarbeitung von Nadelrundholz spezialisiert. Die starke Nachfrage am Holzmarkt führt jedoch im Bereich Harvesteraggregate zu einer weiter zunehmenden Auffächerung des Angebots. Zum einen werden die Größenbereiche, d. h. die verarbeitbaren Stammdurchmesser ausgeweitet, zum anderen werden neue Einsatzbereiche und Holzarten erschlossen. Eine Entwicklung, nämlich die der Schwachholzernte zur energetischen Nutzung führte dazu, dass Sie auf dieser Seite eine zweite Marktübersicht für Fäller-Bündler-Aggregate finden. Soweit ist die Entwicklung im Bereich Laubholzaggregate noch nicht, einige Aggregate sind bzw. können zwar mit einer zweiten Kappsäge ausgerüstet werden, rein auf Laubholz spezialisierte Aggregate gibt es jedoch bisher nur ein einziges, deshalb wurde dieses in der Marktübersicht Harvesteraggregate belassen und entsprechend gekennzeichnet. Zweifelsohne ist jedoch auch in diesem Bereich in den nächsten Jahren mit interessanten Entwicklungen zu rechnen.
Allen in dieser Marktübersicht enthaltenen Aggregaten ist gemein, dass sie aus folgenden Komponenten aufgebaut sind:
Über die Hälfte der Firmen die Aggregate produzieren haben inzwischen ihr Sortiment um FBA erweitert. In der vorliegenden KWF-Marktübersicht sind vorerst 31 Modelle enthalten. Die hierbei eingesetzte Technik ist dabei nahezu so vielfältig wie der Einsatzzweck. So gibt es allein im Bereich der Fällvorrichtung zurzeit folgende Varianten:
· Schere
· Ambossschere
· Schwert
· Kreissäge
· Kettensäge fixiert auf rundem Blatt
· hartmetallbesetzte Frässcheibe
Ferner gibt es FBA die sowohl eine Ambossschere wie auch ein Schwert enthalten. Gemeinsam ist allen ein zusätzliches Greiferpaar um beim Weitergreifen die bereits geernteten Stämme fixieren zu können. Im Gegensatz zu Harvesteraggregaten fehlen i. d. R. Entastungsmesser, Vermessungssystem und Vorschubelemente. Die fehlenden Bestandteile führen zu einem deutlich geringeren Gewicht sowie zu erheblich reduzierten Anforderungen an die Hydraulikleistung. Beides ermöglicht den Anbau von FBA an kleinere/schwächere Trägerfahrzeuge und führt so zu geringeren Erntekosten respektive zu einem erweiterten Arbeitsbereich z. B. beim Anbau an einen Forwarder. Entsprechend dem Einsatzschwerpunkt erfolgt der Aggregatanbau mit einfacher oder doppelter Pendelbremse, oder einer hydraulischen Sperrvorrichtung z. B. wenn die Stämme oder Stammteile stehend aus dem Bestand gehoben werden sollen.
Wo liegen die technischen Vorteile eines Fäller-Bündler-Aggregats?
Die Vorzüge begründen sich im Wesentlichen in dem zweiten Greifer(paar). Dieses ermöglicht, dass Sammeln mehrere Bäume bei nur einer Kranmanipulation (Ausfahren). Hinzu kommt die Zeitersparnis durch das gleichzeitige Ablegen mehrerer Bäume sowie die nicht durchgeführte Aufarbeitung. So können auch bisher aufgrund ihrer geringen Stückmasse(n) nicht rentabel beerntbare Bestände (Jungdurchforstungen, Läuterungen, Gassenanlagen) kostendeckend durchgearbeitet werden. Natürlich hat auch diese Technik Grenzen und die genannten Vorteile führen nicht automatisch bei jeder Erntemaßnahme zu einem Gewinn, dazu sind die Einflussfaktoren zu vielfältig. Nichtsdestotrotz lassen sich durchaus interessante neue Arbeitsfelder erschließen. Darüber hinaus sind einige FBA nicht nur im Forst einsetzbar sondern werden bereits jetzt, wenn auch zumeist im Versuchsstadium, zur Beerntung von Kurzumtriebsplantagen und Landschaftspflegeholz eingesetzt.
Warum aber sind Fäller-Bündler-Aggregate gerade für Unternehmer so interessant?
Zweifelsohne liegt das zum einen am günstigen Preis, so kann hier mit deutlich niedrigeren Investitionskosten gerechnet werden. Die Preise liegen zwischen 8.000 € und 60.000 € im Mittel bei 30.000 €, also ca. bei der Hälfte eines üblichen Harvesteraggregats. Zum anderen kann das Unternehmen dadurch ein neues Geschäftsfeld eröffnen oder ein bestehendes erweitern. Des Weiteren wird das innerbetriebliche Risikosplitting durch ein breiteres Dienstleistungsangebot verbessert.