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Erläuterungen zur Maschinengruppe Feldmähhäcksler

Erste Marktübersicht „Kurzumtriebserntetechnik“

In der vorliegenden KWF-Marktübersicht (MÜ) sind erstmalig Feldmähhäcksler (FMH) mit Holzerntevorsatz sowie Anbaugeräte für Schlepper zur Beerntung von Kurzumtriebsplantagen (KUP) erfasst. Mit dieser Technik ist es gegenwärtig möglich Durchmesserbereiche1 bis maximal 150 mm zu beernten. Es steht zu erwarten, dass die aktuelle MÜ künftig um Maschinen erweitert wird, die auch deutlich stärkere Durchmesser ernten können.

Warum gerade jetzt eine Marktübersicht Feldmähhäcksler?

Fakt ist, der weiterhin ansteigende Holzhunger der letzten Jahre wird auch zunehmend im Bereich des Forstes spürbar. Bereits heute stammen 31 % (240 Mio m³) des genutzten Holzaufkommens in der EU 27 aus nichtforstlichen Quellen2. Um auch den künftigen Bedarf an Holz decken zu können, wird ein Anstieg in diesem Bereich auf 40 %, das entspricht zusätzlichen 80 Mio m³, bis 2030 erwartet. Das bedeutet dass, der Druck auf die Ressourcen deutlich zunehmen wird. Insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit aller Holzressourcen, kann die Anlage von KUP zumindest teilweise zu einer Entschärfung dieser Situation beitragen. Die gesamte Prozesskette von der Flächenanlage über die Ernte bis zur Verwertung ist bereits jetzt verfügbar. Gegenwärtig gibt es in der BRD ca. 3.0003 ha KUP mit steigender Tendenz.

Die aktuelle Marktübersicht umfasst zwei Maschinen-Gruppen:

·      Feldmähhäcksler (4) Diese Beerntungsmaschine besteht i. d. R. aus zwei Technikkomponenten, erstens einem üblichen Basisfahrzeug ggf. mit Umbauten für die Feldholzernte und zweitens dem Holzmähvorsatz, der die Bäume vorspannt, abtrennt und verdichtet dem Häcksler zuführt.

·      Anbauhäcksler (1) Hierbei übernimmt ein an einen Schlepper angebautes Ernteaggregat das Vorspannen, das Abtrennen sowie die verdichtete Zuführung zum Häcksler.

·      Beide Systeme benötigen Begleitfahrzeuge, i. d. R. Schlepper mit angehängtem Ladewagen, in welche das Hackgut eingeblasen werden kann

Künftige Entwicklungschancen

Es ist absehbar, dass auf vielen Standorten in Deutschland die Pappel mit längeren Rotationszyklen (bis 7 Jahre) angebaut (werden) wird. Dies eröffnet neben der energetischen auch die Chance für eine stoffliche Nutzung. Für Durchmesser jenseits der 150 mm (Stammfuß) steht jedoch noch keine optimal angepasste Erntetechnik zur Verfügung. Erste Beerntungsversuche wie auch der Bau von Prototypen bzw. der Techniktransfer aus dem Forstbereich zeigen aber bereits jetzt, dass zukünftig mit einer Erweiterung in diesem Sektor zu rechnen ist.

Abgesehen davon ist auch im Bereich Anbauhäcksler davon auszugehen, dass das Angebot vielfältiger werden wird, da diese Technik eher als z. B. ein Feldmähhäcksler auch auf Kleinflächen zum Einsatz kommen kann.

Hackschnitzel und Qualität

Parallel zu dieser Entwicklung im Bereich der „Hardware“ entwickelt sich ein zunehmendes Bewusstsein für die Vielfalt des Hackschnitzels. Dies gilt insbesondere für seine Spezifikationen hinsichtlich Form und Inhalt wie auch hinsichtlich seines Einsatzzwecks. Da diese Faktoren direkten Einfluss auf die eingesetzte Technik sowie die Gestaltung der Gesamtprozesskette haben (Abb. 1), sollte im Vorhinein bekannt sein was für ein Hackschnitzel produziert werden soll.

Grundsätzliche Fragen hierbei sind:

·         Hackschnitzelabmessungen (Min/Max) sowie Korngrößenverteilung

·         Sieben Transport Fällen Stoffliche Verwertung Rücken Hacken Lagern Trocknen Transport Fällen Rücken Hacken Lagern Verbrennen Verbrennen Transport Fällen Rücken Hacken Lagern TransportBenötigte Mengen/Zeit (z. B. srm/d)

 

       

 

Abb. 1: Beispiele für Prozessketten, B. Heinrich KWF

Aus diesem Grund sollten die Hackschnitzelspezifikationen bzw. deren Bandbreite vor der Investition bekannt und demzufolge auch Teil der Liefervereinbarungen sein, das gilt ebenso für die zu produzierenden Mengen.

Rahmenbedingungen

Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, wurde und wird diesem Punkt zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Dazu gehört zwingend die Betrachtung der gesamten Prozesskette, zumal bei den professionellen Hackschnitzelproduzenten die Beerntungstechnik i. d. R. das mit Abstand teuerste Glied (Stundensatz) darstellt. Deshalb hier noch ein paar Punkte, die vor der Anschaffung unbedingt für den künftigen Regelfall bekannt sein und berücksichtigt werden sollten.

Hierbei handelt es sich um Aspekte die im Gegensatz zu den o. g. keinen Einfluss auf die Form des produzierten Hackschnitzels haben:

  • Mengen des anfallenden Materials (Schlaggrößen)
  • Befahrbarkeit der Ernteflächen (Vernässung, Hanglagen, etc.)
  • Wassergehalt der Hackschnitzel
  • Lagerung
  • Veredlung z. B. Trocknen, Sieben
  • Transportmengen/-entfernungen
  • Transportmittel (Schlepper + Anhänger, Lkw + Anhänger, Walking Floor, Bahn, Schiff, etc.)

Die isolierte Betrachtung einer Maschine bzw. eines Prozessabschnitts ist erst in der Endphase Ziel führend, wenn die zuvor genannten Rahmenbedingungen bekannt sind, und ein direkter Vergleich möglich ist. Nur in der Gesamtbetrachtung der Prozeskette(n) vom Wald bis zum Endprodukt beim Abnehmer lässt sich eine Investition sinnvoll planen.

Warum aber ist Kurzumtriebserntetechnik für Unternehmer interessant?

Die Hackschnitzelproduktion kann einem Unternehmen durchaus ein neues Geschäftsfeld eröffnen oder ein bestehendes erweitern. Des Weiteren wird das innerbetriebliche Risikosplitting durch ein breiteres Dienstleistungsangebot verbessert. Darüber hinaus erweitert sich die Nutzungsdauer des Basisfahrzeugs, da i. d. R. die Beerntung der KUPs außerhalb der Vegetationszeit stattfindet.

Weitere Details entnehmen Sie bitte den Marktübersichtstabellen.

Für darüber hinaus gehende Fragen wenden Sie sich an:

Bernd Heinrich

06078/785-34

Bernd.heinrich (at) kwf-online.de

und

www.kup-netzwerk.info

 


Stammfuß

2 EUwood, Final Report „Real potential for changes in growth and use of EU forests“ Mantau, U. et al.

3 Pressemitteilung der FNR 2010

 
 
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