Die rationelle Bereitstellung von Holz sowie die bedarfs- und zeitgerechte Versorgung der Säge- und Holzindustrie durch die Forstwirtschaft ist Aufgabe der Holzlogistik. Die Umsetzung und Steuerung einer Wertschöpfungskette vom Wald zum Werk erfolgt durch zeitnahe Informations- und Datenweitergabe, z.B. durch Arbeitsauftrag, Holzliste, Bereitstellungsanzeige, Fuhrauftrag und Lieferschein. Was ehemals auf Papier weitergegeben und heute oft über Telefon mündlich erledigt wird, kann durch mobile Datenerfassung (MDE) in elektronischer Form übertragen und vor allem dokumentiert werden. Mobile Datenerfassung ermöglicht ortsungebunden Daten bereitzustellen, zu erfassen, zu bearbeiten und an weitere Systeme zur Verarbeitung zu übertragen. Die Daten werden mit Hilfe mobiler Endgeräte erfasst und angezeigt.
MDE-Geräte sind batterie- oder akkubetriebene Kleincomputer. Die Daten werden auf einem Display angezeigt, die Eingabe erfolgt über Tastatur, Stifteingabe oder Touchscreen. Die Gerätegruppe umfasst eine Vielzahl verschiedener Endgeräte in unterschiedlichen Ausprägungen, Spezifikationen und Komponenten, gekennzeichnet durch eine Begriffsvielfalt wie z.B. Handheld, PDA, Netbook, Notebook, Tablet oder Pocket PC. Das Angebot dieser Produkte ist vielfältig und zunehmend unübersichtlich. Zusatzausstattungen, wie zum Beispiel GPS-Empfänger oder Kamera erschweren die Kaufentscheidung. Nicht zuletzt kommen auf diesen Geräten unterschiedliche Betriebssysteme und verschiedene Softwareanwendungen zum Einsatz. Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) e.V. hat deshalb für die Nutzergruppen Waldbesitzer, Forstunternehmer und Holzabnehmer und für den Einsatzbereich in der Holzlogistik eine Marktübersicht MDE-Geräte erstellt, die als tabellarische Zusammenstellung Auskunft über die wichtigsten technischen Daten, Preise und Hersteller- bzw. Händleradressen liefert. Die Angaben stammen in der Regel von den Maschinenanbietern.
Die Hardware beschreibt die mechanische und elektronische Ausrüstung des Systems. Notwendige oder typische Hardwarekomponenten sind:
In Abhängigkeit vom geplanten Einsatz des Geräts müssen die Anforderungen an die Hardwarekomponenten und damit letztendlich auch die Entscheidung über die Investitionskosten für das Gerät getroffen werden. Dabei dienen die gewünschten Anwendungen als Grundlage für die gestellten Anforderungen, z.B. sind für die Verwendung grafischer Anwendungen (Kartendarstellungen)deutlich höhere Anforderungen gegeben hinsichtlich Speicherkapazität, Grafikkarte und Display als bei der reinen Erstellung und Übergabe einer Holzliste. Für viele Fälle sind die genannten Hardwaremodule durch Erweiterungen zu ergänzen, wie z.B. GPS-Empfänger oder Kamera.
Software ist ein Sammelbegriff für die Gesamtheit ausführbarer Programme und die dazugehörigen Daten. Sie besteht aus:
Das Betriebssystem verwaltet die Hardwarekomponenten sowie Ein- und Ausgabegeräte und steuert die Ausführung der Anwendungen. Geprägt durch die sprunghafte Entwicklung der mobilen Datenkommunikation sind für mobile Geräte eine zunehmende Anzahl unterschiedlicher Betriebssysteme erhältlich und im Einsatz, dies sind neben den verschiedenen Microsoft Windows Versionen mobile Betriebssysteme wie Symbian, Android, iOS.
Hinsichtlich der verwendeten Anwendungen im Bereich der Holzlogistik kann grundsätzlich unterschieden werden:
Wichtig für die Übergabe und Übernahme von Daten aus unterschiedlichen forstspezifischen und Standard-Anwendungen sind definierte Standards zur Schaffung von Datenschnittstellen.
Für den speziellen Einsatz „outdoor“ im Wald gelten besondere Anforderungen an die Geräte. Hierfür bietet das KWF für Gerätehersteller und Vertreiber einen Test zur Witterungsbeständigkeit an. Geprüft werden die Merkmale, die beim Außeneinsatz in der Forstwirtschaft von Bedeutung sind, insbesondere:
Die Beurteilung der Software ist Bestandteil der Prüfung. Eine Übersicht bereits geprüfter Produkte ist der KWF-Homepage unter "Prüfung | bereits geprüfte Produkte" zu entnehmen.